Corona-Interview mit Benjamin Kleber von B2K Media

Woran Unternehmer jetzt denken und wie sie überlegt und planvoll handeln.

Die Corona-Pandemie stellt alle Unternehmerinnen und Unternehmer vor ungeahnte Herausforderungen. Eine große Verunsicherung hat sich in der Gesellschaft breit gemacht. Was bewirkt die aktuelle Krise? Was bewegt Unternehmen in dieser Zeit und wie entwickelt sich das eigene Geschäftsmodell, um den Unternehmenserfolg auch für die Zukunft sicherzustellen? Welche Lehren kann aus einer Krise wie dieser gezogen werden?

seosupport kann auf ein breites und nachhaltiges Netzwerk von Partnern und Multiplikatoren aus diversen Branchen aufbauen, die in ganz Deutschland zu den Leuchtturm-Projekten zählen und mit ihren mutigen Ideen und unbegrenzten Potentialen den deutschen Mittelstand prägen.

Wir durften bei ein Dutzend Profis hinter die Kulissen blicken. Ob Webdesign, Online-Marketing, SEO, Strategieberatung oder Brandbuilding – diese Unternehmen sehen in der Krise eine Chance. Es eröffnen sich ganz neue Freiheitsräume. Unserer Meinung nach sind die von uns vorgestellten Menschen und ihre Geschichten es wert, in dieser Zeit veröffentlicht zu werden. Denn ein Motiv zieht sich durch: das Motiv der offenen Gesellschaft. Was heißt das? Wie die Welt morgen aussehen wird, wissen wir nicht. Doch wir sind fest davon überzeugt, dass wir das Außergewöhnliche mit unseren Prinzipien meistern werden. Unsere Gesellschaft hat dafür die besten Voraussetzungen. Auch für die Krisen, die noch vor uns liegen.

Das seosupport-Team wünscht Ihnen eine inspirierende Lektüre.



Corona-Interview mit Dennis Lai von Drela

Dennis Lai

Die Corona-Pandemie hat sich massiv auf den Arbeitsalltag vieler Unternehmen ausgewirkt – so auch bei der SEO- und Webdesign-Agentur Drela aus Berlin. Wir haben uns mit SEO-Berater Dennis Lai über die aktuelle Situation in seinem Unternehmen unterhalten.

Was haben Sie persönlich aus der Corona-Krise gelernt?

In erster Linie haben wir gelernt, dass alles vollkommen unvorhersehbar ist und dass man Strukturen schaffen muss, die Unternehmen auch dann stabil halten, wenn die Neukundenanfragen abflauen, so wie es vor allem in der Anfangszeit der Corona-Krise der Fall war.

Worauf achten Sie aktuell besonders? Was ist Ihr Erfolgsrezept für die schwierigen Zeiten?

Es ist wichtig, gute Kundenbeziehungen zu pflegen, damit man auch dann sichere Einnahmen hat, wenn etwas derart Unvorhersehbares passiert. Wir sind bislang gut durch die Krise gekommen, weil wir diesen Grundsatz gewissenhaft befolgt haben. Als Ergebnis davon bauen unsere Kunden heute noch mehr auf unsere Arbeit als vorher.

Wie managen Sie die Bindung zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?

Ich arbeite ausschließlich mit Personen, die ich seit vielen Jahren kenne. So weiß jeder, was er zu tun hat, und die Kompetenzen sind klar geregelt.


Was bedeutet die Corona-Krise für Ihre Branche?

Die Auswirkungen zu bewerten, dafür ist es deutlich zu früh. Ich denke, das ganze Ausmaß auf alle Bereiche der Wirtschaft und auf die Steuerpolitik wird sich erst 2021 richtig zeigen. Insgesamt rechne ich trotz der Verlagerung von vielen Bereichen in die digitale Welt mit einem Auftragsrückgang, da viele Unternehmen nicht unbedingt notwenige Investitionen scheuen werden. Ich hoffe, ich behalte Unrecht.

Welche Folgen hat dauerhaftes Homeoffice für Ihr Unternehmen?

Im kreativen Bereich und generell in digitalen Berufen ist das temporäre Homeoffice ja nicht ganz neu, daher haben wir keine großen Unterschiede gespürt. In anderen klassischen Büroberufen in meinem Umfeld hat man sehr wohl gesehen, dass die Krise evtl. ein Anstoß für viele Konzerne sein kann, beim Thema Homeoffice neue Wege zu gehen und Mitarbeitern mehr Selbstbestimmung einzuräumen. Allerdings bringt das Homeoffice auch Nachteile, da man durch private Dinge mehr abgelenkt wird und oft über den eigentlichen Feierabend hinaus arbeitet.

Wie ist Ihr Blick in die Zukunft? Wie gehen Sie mit Ungewissheit um?

Wir denken bei unseren Planungen immer 1 – 3 Jahre in die Zukunft, da wir uns natürlich Gedanken machen, wie sich das Geschäft in wirtschaftlich turbulenten Zeiten entwickelt. Grundsätzlich denke ich aber, wer sich richtig positioniert und gute Arbeit leistet, der muss sich keine allzu großen Gedanken machen, ob auch in Zukunft die unternehmerische Existenz gesichert ist.

Würden Sie heute noch Unternehmer werden?

Auf jeden Fall. Allerdings gibt es auch Menschen, die nicht für die Selbständigkeit gemacht sind. Gerade zu Beginn muss man alles selbst machen und arbeitet viel mehr als z. B. ein Angestellter, meist noch für weniger Geld. Man sollte also vorab gut abwägen, ob man bereit ist, Durststrecken zu überwinden und hart für den Erfolg des eigenen Unternehmens zu kämpfen. Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen.



Corona-Interview mit dem Wortmacher Michael Rassinger

Michael Rassinger

Die Corona-Krise wirkt sich auf die unterschiedlichsten Branchen aus. Große Technologiekonzerne sind ebenso betroffen wie mittelständische Handwerksbetriebe und kleinere Dienstleister. Dabei sind es nicht zuletzt die Content-Entwickler und PR-Experten, die sich im Umgang mit ihren Kunden auf neue Herausforderungen einstellen müssen. Wir haben uns mit Dem Wortmacher Michael Rassinger darüber unterhalten, wie sich sein Arbeitsalltag angesichts der aktuellen Situation verändert hat.

Was sind Ihre persönlichen Erkenntnisse aus der Corona-Krise?

Der Corona-Lockdown hat eindrucksvoll vorgeführt, wie eine technologisch fortgeschrittene Gesellschaft durch ein Virus nahezu komplett und global lahmgelegt werden kann. Es bleibt abzuwarten, welche tiefgreifenden Veränderungen in gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht daraus folgen werden. Social Distancing kann meines Erachtens jedoch nicht die neue Realität sein.

Was bedeutet die Corona-Krise für Ihre Branche?

Im Bereich Kommunikation und PR gibt es durch Corona vermehrten Informationsbedarf. Gleichzeitig muss das gesellschaftliche und öffentliche Leben weitergehen. Ich sehe deshalb einen positiven Trend für meine Branche. Gut recherchierte Informationen sind nötiger denn je.

Hat die Politik richtig auf die Krise reagiert?

Es wird sich erst in der Zukunft zeigen, ob die Krise richtig eingeschätzt wurde und die Maßnahmen dementsprechend sinnvoll waren. Die Politik sollte darauf achten, dass Unternehmen fair behandelt werden, wenn es um Hilfen, Kompensationen und die steuerliche Behandlung in den Folgejahren geht. Der Lockdown war staatlich verordnet. Von daher muss der Staat auch Verantwortung übernehmen, wenn es um die Bewältigung der Folgen geht.

Haben Sie Ihr Angebot, Ihren Vertrieb oder Ihr Geschäftsmodell angepasst?

Ich habe die Initiative des BAFA für die 100%-Förderung von Unternehmensberatungen als zertifizierter Berater begrüßt und mich dahingehend positioniert. Die Abschaltung des Programms nach wenigen Wochen war aber kontraproduktiv. Man hätte sich vorher Gedanken machen müssen, ob das Programm finanzierbar ist und wie man mit den vielen schwarzen Schafen umgeht, die sich Berater nennen, aber keine ausreichende Qualifikation dafür vorweisen können.

Wie sehen Sie die Nutzung der Technologie in diesen Zeiten? Stichwort Digitalisierung

Die Digitalisierung wird sprunghaft und dauerhaft durch die Corona-Krise gewinnen. Social Distancing ist wahrscheinlich der beste Buddy der Digitalisierung.

Welche Folgen hat dauerhaftes Homeoffice für Ihr Unternehmen?

Dauerhaftes Homeoffice ist für mich weder machbar noch vorstellbar. Sollten sich aus der Corona-Krise tatsächlich einschneidende Veränderungen in der Nutzung von Büros und Coworking Spaces ergeben, versuche ich, hinsichtlich der Arbeitsorte zu diversifizieren. Zuhause fällt mir nach kurzer Zeit die Decke auf den Kopf.

Gab es einen Moment nach dem Lockdown, über den Sie sich besonders gefreut oder auf den Sie sogar hingefiebert haben?

Das liegt noch in der Zukunft. Man konnte sich während des Lockdowns relativ frei bewegen. Der Verzicht auf kulturelle Angebote wie Konzerte, Opern und Kinos wiegt aber sehr schwer. Ohne geistige Kost wird das Leben schnell fad, weshalb ich die nächste kulturelle Live-Veranstaltung kaum erwarten kann.

Haben oder hatten Sie Existenzangst?

Existenzangst kam trotz großer Ungewissheit nicht auf, weil es Millionen von Menschen so geht wie mir und wir einen Sozialstaat haben. Die Auftragslage wurde sogar besser, da man zu Krisenzeiten nicht auf Kommunikation verzichten kann. Ich bin mir aber auch sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis man das nächste Virus entdeckt – und dann abwägen muss, ob die Welt einen zweiten Lockdown aushält.

Würden Sie heute noch Unternehmer werden?

Als Unternehmer trägt man Verantwortung für sich und andere. Ein Fehler oder eine Krise kann dazu führen, dass man alles verliert. Gleichzeitig stehen dem Unternehmer viele Möglichkeiten offen. Ich würde auch heute wieder Unternehmer werden, wenn der Drang, etwas mit den eigenen Fähigkeiten und durch harte Arbeit zu schaffen, vorhanden ist und nicht nachlässt.

Ihr Rat für junge Gründerinnen und Gründer?

Wer heute gründen will, sollte erfahrene Mentoren und ein Netzwerk an der Seite haben. Man kann viel Lebenszeit und Energie verschwenden, wenn man zu lange auf dem falschen Pfad wandert.

Vielen Dank für das informative Gespräch und die interessanten Einblicke.



Corona-Interview mit Robert Franzke von CORMES

Robert Franzke

Robert Franzke ist Head of SEA bei der Full-Service-Online-Marketing-Agentur CORMES. Im Interview mit seosupport erklärt er, wie sich die Covid-19-Pandemie auf Prozesse und Strukturen in seinem Unternehmen ausgewirkt hat und welche künftigen Entwicklungen er in den Bereichen Digitalisierung, Arbeitsleben und Gesellschaft erwartet.

Was sind Ihre persönlichen Erkenntnisse aus der Krise?

Die letzten Monate haben uns gezeigt: Gut strukturierte Prozesse sind so wichtig wie nie. Homeoffice ist vor allem in der Digitalbranche sehr gut umsetzbar, gleichzeitig ist es umso wichtiger, dass Verantwortlichkeiten und Aufgaben klar verteilt werden. Jeder sollte den Blick für das große Ganze bewahren, damit einzelne Aufgaben nicht unbemerkt unter den Tisch fallen.

Auch eindeutige und verbindliche Absprachen sind unabdingbar. Während man den aktuellen Stand von Projekten sonst immer direkt im Büro mitbekommen hat, muss man sich nun mehr denn je darauf verlassen können, dass alles seinen geordneten Gang geht. Ansonsten gilt wie eigentlich immer: Auf die richtige Kommunikation kommt es an!

Was ist Ihr Erfolgsrezept für die schwierigen Zeiten?

Das Team sollte bei jedem guten Unternehmen in einer schwierigen Lage an erster Stelle stehen. Konkret sorgen wir dafür, dass sich niemand allein gelassen fühlt, und sind bei unseren Entscheidungen transparent. Bedeutende Zutaten unseres Erfolgsrezepts sind somit die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen sowie die Motivation im Team. Dazu kommen aber natürlich auch die ökonomischen Faktoren, also wirtschaftliches Geschick.

Zu guter Letzt sind detaillierte und durchdachte Business- und Liquiditätsplanungen entscheidend, um in der aktuellen Situation Stabilität und Sicherheit zu garantieren. Das hat bei uns sehr gut funktioniert.

Wie managen Sie die Bindung zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?

Ein enger Austausch mit jedem einzelnen Mitarbeiter und jeder einzelnen Mitarbeiterin ist elementar. Ehrliche und transparente Kommunikation ist auch hier das A und O. Da durch die Homeoffice-Situation der Großteil des Teams nicht zentral am Arbeitsplatz ist, kommt es darauf an, auch auf die persönliche Situation jedes oder jeder Einzelnen Rücksicht zu nehmen. Manche Kolleginnen oder Kollegen haben Kinder, die aktuell nicht oder nur eingeschränkt im Kindergarten oder in der Schule betreut werden. Zum Teil ist hier Flexibilität nötig, um jedes Hindernis aus dem Weg zu räumen.

Auch wenn viele Routinen und Abläufe der neuen Situation angepasst werden, legen wir großen Wert darauf, etablierte Formate und Strukturen beizubehalten. Regelmäßige Meetings bleiben somit bestehen, finden nun jedoch per Videotelefonie statt. Diese vertrauten Abläufe erlauben es, weiterhin produktiv zu bleiben.

Was bedeutet die Corona-Krise für Ihre Branche?

In der Agenturbranche ist das eigene Geschäftsmodell stets genauso stabil wie das der Kunden. Gerät ein Kunde in eine wirtschaftliche Schieflage, bekommen wir das zu spüren. Leider sind Marketing-Ausgaben in vielen Unternehmen ein Bereich, in dem zuerst gespart wird. Die wenigsten Firmen tun sich damit einen Gefallen, denn wenn die Krise erst einmal überwunden ist, wollen sie ja schließlich nicht aus dem Bewusstsein ihrer Zielgruppe verschwunden sein. Für uns bedeutet das im Umkehrschluss, dass wir für mehr Stabilität im Geschäft einen diversifizierten Kundenstamm aufweisen müssen.

Hat die Politik richtig auf die Krise reagiert?

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten hat die Bundesregierung gut reagiert. Die staatlichen Hilfsmaßnahmen konnten schnell und unbürokratisch beantragt werden und kamen sehr schnell bei den Unternehmen an. Dies reduziert Unsicherheit – eine der wesentlichen Aufgaben einer Regierung für die Wirtschaft.

Allgemein würde ich mir wünschen, dass die Krise gleichzeitig auch in Regierungskreisen als Chance gesehen wird, nicht nur beispielsweise die Digitalisierung, sondern auch andere Themen wie Nachhaltigkeit oder Umweltschutz voranzutreiben.

Wie wird das Corona-Virus die weitere Entwicklung Ihres Unternehmens beeinflussen?

Für 2020 hatten wir uns bei CORMES ambitionierte Wachstumsziele gesteckt. Auch wenn die Situation mittlerweile stabil ist und sich die wirtschaftliche Lage wieder deutlich beruhigt hat, ist klar: Das Wachstum wird in diesem Jahr deutlich kleiner ausfallen als erhofft.

Haben Sie Ihr Angebot, Ihren Vertrieb oder Ihr Geschäftsmodell angepasst?

Wie bereits angesprochen werden wir in Zukunft unsere Kundenbasis so divers wie möglich halten. Wir hatten in der Krise das Glück, dass CORMES bereits sehr breit aufgestellt ist. Neben der Online-Marketing-Beratung gehört zu uns eine weitere Unit, die verschiedene Social-Media-Projekte betreut. Hätten wir nicht diese bequeme Ausgangslage gehabt, würde ich spätestens jetzt sagen: Ein krisensicheres Geschäftsmodell sollte im besten Falle mehrere Einkommensstränge beinhalten.

Wie sehen Sie die Nutzung der Technologie in diesen Zeiten? Stichwort Digitalisierung?

Ohne die Nutzung von digitalen Technologien wäre ein dezentrales Arbeiten aus dem Homeoffice nicht möglich. Der technologische Einsatz umfasst sämtliche Prozesse des täglichen Arbeitens, sei es die Kommunikation, Dokumentenablage oder Verwaltung von Aufgaben.

Welche Folgen hat dauerhaftes Homeoffice für Ihr Unternehmen?

Zu den positiven Aspekten gehört sicherlich die Bequemlichkeit. Wir sparen uns viel Zeit und Stress, wenn der Weg ins Büro morgens und abends wegfällt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist zudem sicherlich die geringere Flächenauslastung der Büroräume ein Thema. Gerade bei einem wachsenden Unternehmen in einer Stadt wie Berlin, wo Büroflächen knapp und teuer sind, ist es ein nicht zu unterschätzender Faktor: Mehrere MitarbeiterInnen können sich einen Schreibtisch teilen und abwechselnd nutzen.

Für ein dauerhaftes Homeoffice sehe ich jedoch auch einige negative Effekte: Abstimmungsprozesse werden teilweise verlangsamt, es kommt schneller zu Missverständnissen und ein persönlicher Austausch ist aufwändiger. Vor allem ein kreatives Zusammenarbeiten wird erschwert.

Ein richtiges „Wir-Gefühl“ kommt so richtig erst im persönlichen Austausch auf. Das kurze Gespräch mit dem Sitznachbarn und der kurze Plausch an der Kaffeemaschine machen etwas mit dem Team. In einem dauerhaften Homeoffice würden diese Synergien wegfallen.

Gab es einen Moment nach dem Lockdown, über den Sie sich besonders gefreut haben?

Bei CORMES sind Kollegen und Kolleginnen nicht nur MitstreiterInnen bei Projekten im Job. Wir sind uns gegenseitig sehr verbunden – das erste Bier im Team hat daher ganz besonders gut geschmeckt!

Wie ist Ihr Blick in die Zukunft? Haben oder hatten Sie Existenzangst?

Grundsätzlich hatte und habe ich keine Existenzängste. Ich kann auf unser Team und unsere stabile unternehmerische Ausgangslage vertrauen. Falls es doch mal etwas enger wird, weiß ich um unsere Flexibilität und Kreativität, mit der wir Wege aus der Krise finden werden. Bei mir überwiegt eher die Spannung und Neugier auf das, was aus der Krise erwächst – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.


Über den Autor:

Robert Franzke ist Head of SEA bei der cormes GmbH. Gemeinsam mit Florian Kiel, Head of Performance, leitet er die Beratung der Online-Marketing-Agentur. Seine Schwerpunkte sind Suchmaschinenwerbung und Webanalytics.

Über CORMES (www.cormes.de):

CORMES ist eine Online-Marketing-Agentur und Medien-Accelerator aus Berlin. Seit fast zwanzig Jahren verhilft das Unternehmen anderen Marken zu mehr Wachstum und Sichtbarkeit im Internet. Neben der klassischen Performance-Marketing-Beratung gehören auch weitere Projekte als eigenständige Units zu dem Netzwerk. Mit den Social-Media-Experten der HAPPYGANG, einer E-Commerce-Unit, sowie dem Online-Projekt www.klatsch-tratsch.de bietet es zunehmend weitere Services an, die über das klassische Online-Marketing-Geschäft hinausgehen. Die Geschäftsführer des Unternehmens sind Christof Szwarc und Cengiz Kurt.



Corona-Interview mit Dr. Ingolf Neunübel

Dr. Ingolf Neunübel

Im heutigen Interview unserer Corona-Reihe unterhalten wir uns mit Public-Relations-Experte Dr. Ingolf Neunübel über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf seine tägliche Arbeit.

Was haben Sie persönlich aus der Corona-Krise gelernt?

Für mich kam das Ganze nicht so überraschend. Irgendwie hatte ich schon immer die Ahnung, dass die Globalisierung nicht nur Vorteile mit sich bringt, sondern auch nicht zu unterschätzende Risiken. Vor diesem Hintergrund habe ich mich um eine sachliche Bewertung der Vorgänge bemüht. Emotionalität ist hier der falsche Ratgeber, auch wenn die Erregung oder gar Verzweiflung vieler Menschen ob der Folgen der Pandemie verständlich ist.

Wie bewerten Sie den sich immer mehr verstärkenden Trend zum Homeoffice?

Als Solo-Selbständiger war das für mich gar kein Thema. Ich habe schon immer die meiste Arbeitszeit im Homeoffice verbracht, sodass ich mit den zusätzlichen Erscheinungen durch Corona gut zurechtkomme. Ich glaube, das Homeoffice wird sich weiter ausbreiten, selbst nach der Corona-Krise. So wie ich erkennen immer mehr Menschen die Vorteile. Nachteilig war allerdings die Beschränkung auf das Homeoffice, denn der Wegfall aller persönlicher Begegnungen erschwerte natürlich die Arbeit.

Sie sprechen ein wichtiges Thema an, die Kommunikation. Welche Rolle spielt sie Ihrer Meinung nach in Zeiten wie der jetzigen?

Vieles, was bis Corona selbstverständlich war, dann aber plötzlich nicht mehr in demselben Maße genutzt werden konnte, offenbarte die Bedeutung von Kommunikation. Der Satz “Wer nicht kommuniziert, findet nicht statt” hat in den vergangenen Monaten eine neue Dimension erhalten. Vielerorts konnte nicht in gewohnter Weise kommuniziert werden, was sich unmittelbar auf die unternehmerische Tätigkeit auswirkte.

Zwar standen die technischen Möglichkeiten immer noch zur Verfügung, aber Technik allein ist nicht die Lösung. Mindestens genauso wichtig – ich bin sogar der Meinung, es ist noch wichtiger – ist die persönliche Ebene: sich in die Augen schauen, Empfindungen wahrnehmen, Reaktionen zeigen, Mimik, Stimme, Gestik – alles zusammen ist notwendig, um richtige Schlussfolgerungen für sich selbst zu ziehen.

Was halten Sie von der Reaktion der Politik auf die Corona-Krise?

Im Großen und Ganzen hat die Politik die richtigen Antworten gegeben und gibt sie auch weiterhin. Das ist alles andere als selbstverständlich, denn wir haben Neuland betreten. Niemand konnte und kann vorhersagen, welche weiteren Veränderungen Corona für uns bereithält. Die Erwartungen an die Politik sind hoch, doch wir müssen immer bedenken, dass auch hier keine Erfahrungen vorliegen.

Mark Twain hat einmal gesagt “Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.” Hinterher sind wir alle schlauer. Das ist keine Kunst. Die wahre Kunst ist es, die Entwicklung so weit wie möglich zu antizipieren und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Das haben unsere Politiker bisher ganz gut geschafft.

Was geben Sie jungen Unternehmern und Gründern unter den aktuellen Bedingungen mit auf den Weg?

Das Erste, was allen schon bekannt ist, das aber immer wieder betont werden muss, ist der Umstand, dass Entwicklung immerzu stattfindet. Das heißt, nichts hat ewig Bestand und die Erwartung neuer unvorhergesehener Vorgänge ist eine Art Erfolgsversicherung. Wer Bestehendes als unveränderlich betrachtet, wird eines Tages nicht mehr mit der Zeit gehen können.

Stillstand heißt Rückstand und Rückstand führt früher oder später zur Niederlage. Wenn diese Haltung ausgeprägt ist, lassen sich Hindernisse und Schwierigkeiten viel besser bewältigen. Deshalb habe ich immer mit Veränderungen gerechnet. Wer heute Unternehmer werden will, muss genau diese Grundeinstellung mitbringen. Alles andere lässt sich erlernen.

Welche Erwartungen haben Sie an die Zukunft? Sind Sie eher optimistisch oder doch mehr pessimistisch?

Grundsätzlich glaube ich daran, dass die Menschheit auch diese Phase meistert. In ihrer gesamten Geschichte hatte sie immer mit Krankheiten zu kämpfen, denen deutlich mehr zum Opfer fielen als in allen bisherigen Kriegen zusammen. Das versuche ich mir immer wieder vor Augen zu halten. Ich bin also optimistisch, aber nicht sorglos.

Sorgen habe ich vor allem dahingehend, dass die Probleme sich derzeit weltweit in einem Maße anhäufen wie nie zuvor. Anstelle weltweiter Solidarität greifen immer mehr nationale Egoismen um sich. Wenn wir das nicht in den Griff bekommen, dürfte es eine schwierige Zukunft werden.



Corona-Interview mit Benjamin Kleber von B2K Media

Benjamin Kleber

Im heutigen Interview unserer Corona-Reihe haben wir uns mit Webdesign- und Suchmaschinenexperten Benjamin Kleber von B2K Media darüber unterhalten, wie sich die Corona-Pandemie auf die tägliche Arbeit seines Teams auswirkt und wie er die weitere Entwicklung einschätzt.

Was haben Sie persönlich aus der Corona-Krise gelernt?

Als Unternehmen ist es wichtig, sich schnell den Gegebenheiten anzupassen und neue Arbeitsweisen auszurollen. Für weit digitalisierte Unternehmen ist es weniger aufwändig, für andere wiederum eine große Herausforderung.

Wie schlägt sich Ihr Unternehmen in der Krise?

Wir sind in einer Branche tätig, die weniger betroffen ist, ja, fast sogar noch stärker nachgefragt wird. Unternehmen, die vorher keine Notwendigkeit für den Ausbau Ihrer Webseite gesehen haben, suchen nun nach Möglichkeiten, sich besser zu präsentieren, um dem Wettbewerb voraus zu sein. Auch sollen mehr und mehr Prozesse online abgebildet werden. Hierzu gehören etwa Mitglieder- und Downloadbereiche.

Wie managen Sie die Bindung zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?

Neben dem Gehalt sind es vor allem die weichen Faktoren, die einen Arbeitsplatz bei uns attraktiv machen – Gleitzeit, die Möglichkeit, kurzfristig einen Urlaubstag einreichen zu können, Homeoffice (schon vor Corona) und vor allem offene Gespräche.

Was bedeutet die Corona-Krise für Ihre Branche?

Grundsätzlich steigt der Digitalisierungsgrad, insofern wird unsere Branche profitieren. Budgets für Offline-Medien werden noch weiter heruntergefahren, um noch mehr in digitale Kanäle investieren zu können. Viele Branchen stehen nun wieder vor der Herausforderung, sich bewerben zu müssen, um Aufträge zu generieren. Die vollen Auftragsbücher aus der Vergangenheit laufen aus und es müssen neue Aufträge her, um die gekämpft werden muss.
Eine professionelle Internetseite ist eben mehr als nur eine Visitenkarte. Sie ist oft auch der wichtigste Vertriebsmitarbeiter, der ausgebaut werden muss.

Hat die Politik richtig auf die Krise reagiert?

Die Hilfsprogramme setzen fernab der Wirtschaft an. Gelder werden zweckgebunden für oft fragwürdige Zwecke. Oder es starten Programme, die das Potenzial zum Lichtblick haben, nach kurzer Zeit allerdings wieder eingestellt werden. Ich würde mir hier wünschen, mehr kleine und mittelständische Betriebe einzubeziehen, die die Politik dabei unterstützen, mögliche und sinnvolle Hilfestellungen auszuloten.

Stattdessen werden zweifelhafte Maßnahmen wie die Mehrwertsteuersenkung auf 16 % umgesetzt, die sogar noch mehr Arbeit und Kosten verursachen, anstatt einen tatsächlichen Nutzen aufzuweisen.

Wie wird das Corona-Virus die weitere Entwicklung Ihres Unternehmens beeinflussen? Kommt es zu Achsenverschiebungen?

Benjamin KleberWir sind eine mittelgroße Agentur und glücklicherweise agil wie ein Schnellboot. Wir können uns schnell auf neue Anforderungen und neue Produkte einstellen. Das mussten wir, um wettbewerbsfähig zu bleiben, schon immer tun, nun allerdings etwas schneller. Jetzt wird sich die Spreu vom Weizen trennen, so meine Einschätzung.

Not macht erfinderisch. Braucht man heute neue Unternehmensstrategien?

Um einen Forecast oder eine langfristige Strategie zu definieren, braucht es eine gewisse Marktstabilität. Diese ist durch Corona aktuell nicht gegeben. Ziele müssen kurzfristiger gesteckt und ggf. angepasst werden. In jedem Fall sind Digitalisierung und Automation wichtige Punkte, auch langfristig.

Wie sehen Sie die Nutzung der Technologie in diesen Zeiten? Stichwort „Digitalisierung“

Wir selbst haben schon immer sehr digital gearbeitet. Ich behaupte, wir betreiben schon lange ein papierloses Büro – wir haben nicht mal einen Mülleimer und Papier kennen wir nur aus den Geschichtsbüchern. Kleiner Scherz!

Für uns sind neue Technologien Chancen zur Optimierung. Video-Calls zum Beispiel waren lange undenkbar, mittlerweile sind sie salonfähig. Auch wenn sich die Wirtschaft wieder erholt, wird dieses Mittel sich durchsetzen. Wichtige Termine werden weiterhin persönlich stattfinden, kleinere Zwischenabsprachen sind aber durchaus per Video-Call machbar. Das ist durchaus eine positive Entwicklung, wenn auch schmerzhaft gelernt.

Welche Folgen hat dauerhaftes Homeoffice für Ihr Unternehmen?

Wichtig sind die richtigen Kommunikationswege und die Organisation der Arbeiten mit guten Tools. Sonst entsteht Chaos. Ist alles gut organisiert, ist Homeoffice durchaus auch für längere Zeit denkbar. Allerdings sind kurze Absprachen zum Tischnachbarn schwieriger. Wo man sonst etwas schnell in 5 Sekunden geklärt hat, braucht es nun mitunter mehrere Minuten. Ein Grund mehr, richtige Arbeitswege zu definieren, um viele kleine Nachfragen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Gab es einen Moment nach dem Lockdown, über den Sie sich besonders gefreut hatten?

Ja, wir sind ein Familienbetrieb und meine Frau sitzt in der Buchhaltung. Heute ist der 10.08.2020 und nach Monaten geht die Schule wieder los. Das ist eine große Erleichterung für uns. Ich hoffe, die Öffnung bleibt bestehen. Falls nicht, ist es wichtig, dass die Politik alternative digitale Lernangebote erarbeitet und die Lehrer dabei unterstützt! Es braucht einheitliche Lösungen und keine Schulen, die mit der Digitalisierung überforderte Lehrer sich selbst.

Wie ist Ihr Blick in die Zukunft? Was gibt Ihnen Zuversicht?

Ich bin Unternehmer und habe einen unglaublich starken Zusammenhalt mit unseren Kunden und Kooperationspartnern erfahren. Das hat mich positiv bewegt. Wir alle werden die Krise überstehen, wenn wir uns mit Fairness unterstützen. Ich bin davon überzeugt, dass das klappt. Dienstleister, die das schnelle Geld suchen, werden nicht „überleben“. Nur wer nachhaltig und qualitativ hochwertig arbeitet, wird weiterempfohlen. Das war schon immer so, allerdings haben wir das jetzt um einen hohen Faktor stärker.

Würden Sie heute noch Unternehmer werden?

Ich würde es jederzeit wieder tun. Es wird vielleicht nicht jeder vom Tellerwäscher zum Millionär, aber auch ein normales Auskommen ist doch schön, wenn man dafür tun kann, was man liebt.

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