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Was sind Google Penalties und wie gehe ich damit um?

9 Mar. 2020 von Tim Hesse
Allgemein
Bild: © PhotoMIX-Company/Pixabay

Wenn Webseiten-Rankings aufgrund von Google Penalties abstürzen, ist schnelles Handeln gefragt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was für Penalties es gibt, was Sie dagegen tun können und wie sie künftigen Abstrafungen wirksam vorbeugen.

Was sind Google Penalties?

Google entwickelt seine Ranking-Algorithmen permanent weiter. Neben großen Core-Updates wie Penguin und Panda gibt es fast täglich kleine Änderungen. Diese haben zum Teil verheerende Auswirkungen auf die Rankings von Webseiten. Daneben kann es aber auch andere Gründe für Sichtbarkeitsverluste geben.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Penalties:

  • Algorithmisch bedingte Penalties
  • Manuell vergebene Penalties


1. Algorithmisch bedingt

Bei dieser Gruppe handelt es sich um automatisiert durch Google-Algorithmen verursachte Sichtbarkeitsverluste. Es sind also keine Strafen im eigentlichen Sinne. Vielmehr fungieren Updates wie Panda und Penguin als Filter. Sie entfernen Seiten von den vorderen Rängen der SERPs, die nicht ausreichend relevant für bestimmte Suchanfragen sind oder ein unnatürliches Linkprofil aufweisen. So räumen sie ihren Platz für bessere Ergebnisse.

Zu den bekanntesten Updates gehören Panda und Penguin. Die stetig weiterentwickelten Panda-Iterationen bestrafen Seiten mit schlechten Inhalten und heben die Rankings von Seiten mit gehaltvollem redaktionellem Content an. Die Penguin-Updates strafen Seiten mit unnatürlichen Linkprofilen ab.

Daneben gab es noch zahlreiche weitere bekannte Anpassungen des Google-Algorithmus‘. Drei Beispiele:

  • Freshness – Abstrafung von Seiten, deren Inhalte nicht aktuell sind
  • Mobile-friendly – Abstrafung von Seiten, die nicht für mobile Endgeräte optimiert sind
  • Fred – Abstrafung von Seiten mit unverhältnismäßig hohem Anteil an Affiliate-Links


Tipp: Algorithmus-Updates lassen sich mithilfe von SEO-Tools gut an starken Einbrüchen der Sichtbarkeitskurven erkennen.

2. Manuell verhängte Abstrafungen

Bei manuell vergebenen Abstrafungen handelt es sich um aktive Eingriffe von Google-Mitarbeitern aus dem Search-Quality- bzw. Webspam-Team. Eine manuelle Prüfung wird vorgenommen, wenn Webmaster unter Verdacht stehen, gegen die Google Webmaster Guidelines verstoßen zu haben. Für die Aufdeckung der Verstöße nutzen die Google-Mitarbeiter unter anderem Daten, die aus eingereichten Spam-Reports stammen. Für eine manuelle Abstrafung kann es folgende Gründe geben:

  • Versteckter Text
  • Keyword Spamming
  • Nutzergenerierter Spam
  • Thin Content
  • Unnatürliches Backlink-Profil
  • Unnatürliche ausgehende Links


Die Dauer der Penalty richtet sich nach der Schwere des Vergehens. Bei einem leichten Verstoß wie verstecktem Text können das zum Beispiel 30 Tage sein. Es sind aber auch Penalties mit Wirkungsdauern von mehreren Jahren dokumentiert. Ein Grund für ihre Aufhebung nach einem bestimmten Zeitraum besteht darin, dass Google mit der Zeit immer mehr Strafen algorithmisch vergeben kann, für die früher menschliches Eingreifen nötig war.

Die Auswirkungen von Google Penalties

Google Penalties haben im Wesentlichen zwei Auswirkungen. Die Sichtbarkeit der betroffenen Seiten bricht ein und die Ranking-Positionen verschlechtern sich. Dabei unterscheidet man noch einmal dahingehend wie weitreichend die Sanktionen sind. Nicht alle erstrecken sich auf die gesamte Webseite.

Man unterscheidet:

  • Penalties auf Keyword-Ebene
  • Penalties auf URL- oder Verzeichnis-Ebene
  • Penalties auf Hostname-Ebene
  • Penalties auf Domain-Ebene
  • Delisting


Bei der einfachsten Form sind lediglich einzelne Keywords von den Ranking-Verlusten betroffen. So kann es zum Beispiel sein, dass einige nebensächliche Keyword-Kombinationen an Stärke verlieren, während die wichtigsten Keywords ihre Sichtbarkeit in uneingeschränktem Maß beibehalten. Anders sieht das schon auf URL- oder Verzeichnis-Ebene aus. Hier verschlechtern sich fast alle Ranking-Positionen der betroffenen URL oder des Verzeichnisses. Der schlimmstmögliche Fall ist das komplette Delisting. Dabei wird die Domain vollständig aus dem Google-Index gestrichen. Keine Inhalte der abgestraften Webseite können mehr über die Google-Suche gefunden werden.

Was ist bei einer Penalty zu tun?

Hat man starke Sichtbarkeitseinbußen in kurzer Zeit festgestellt, herrscht Handlungsbedarf. Dabei hängt das Vorgehen davon ab, ob die Abstrafung algorithmisch oder manuell erfolgt ist.

1. Vorgehen bei algorithmisch bedingten Penalties

Im ersten Fall kommt es darauf an, die Webseite gemäß der Filter-Kriterien zu überarbeiten. Sind Webseiten beispielsweise von Panda-Updates betroffen, besteht eine mögliche Lösung in der Erstellung geprüfter holistischer Inhalte. Bei Iterationen des Penguin-Updates, die auf unnatürliche Linkprofile abzielen, besteht eine Lösung im gezielten Linkabbau bzw. in der Entwertung mittels Google Disavow Tool. Voraussetzung hierfür ist eine umfassende Backlink-Analyse.

2. Vorgehen bei manuell vergebenen Penalties

Wer von einer manuellen Abstrafung betroffen ist, erhält eine Mitteilung in der Google Search Console. In dieser ist in der Regel auch die Ursache vermerkt, sodass man weiß, was zu tun ist. Hat man die geforderten Änderungen vorgenommen, kann man ein Reconsideration Request an Google stellen. Dabei handelt es sich um einen Antrag auf eine erneute Prüfung der Seite. Wird dem Antrag stattgegeben, wird die Penalty vorzeitig aufgehoben.

Rankingverluste vorbeugen

Um Abstrafungen zu vermeiden, sollte man Webseiten mit der Zielstellung entwickeln, dem User das relevanteste Ergebnis für seine Suchanfrage zu bieten. Bearbeitet man Themen zum Beispiel sehr holistisch und facettenreich, senkt man das Risiko durch Content-fokussierte Updates an Sichtbarkeit zu verlieren.

Weiterhin ist es wichtig, die Google Webmaster Guidelines zu berücksichtigen. Hält man sich an die Richtlinien für Webmaster, kann man mit relativ großer Sicherheit davon ausgehen, sicher vor manuellen Abstrafungen zu sein.

Zu guter Letzt empfiehlt es sich, nie zu viele Änderungen auf einmal vorzunehmen. Es kann immer vorkommen, dass sich etwas am Google-Algorithmus ändert. Hat man sehr viele Änderungen in kurzer Zeit vorgenommen, kann es dann schwierig werden, die tatsächlichen Gründe für die Rankingverluste zu finden.

Einbrechen der Sichtbarkeit ohne Google-Penalty

Kommt es zu einem starken Einbruch der Besucherzahlen und zu Rankingverlusten, muss dafür nicht zwingend eine Google Penalty verantwortlich sein. Es kann auch andere Ursachen geben.

Häufige Gründe sind zum Beispiel die folgenden.

Neue URL oder Domain:

Wechselt man die Domain oder steigt von .de auf com oder von http auf https um, kann das bereits zu Ranking-Verlusten führen. Google übernimmt die Rankings nämlich nicht automatisch. Der Crawler geht einfach davon aus, dass die alte Seite nicht mehr existiert.

Deshalb darf die alte URL auf keinen Fall abgeschaltet werden. Stattdessen muss sie der Webmaster auf die neue URL weiterleiten.

Gehackte Webseite:

Ein weiterer häufiger Grund für abstürzende Rankings ist der Hack einer Webseite. Verbreitete CMS-Systeme werden häufig automatisiert angegriffen und mit Schadcode infiziert. Google ist meistens in der Lage, diese Seiten zu erkennen, und markiert sie in den SERPs mit dem Hinweis: „Diese Seite wurde möglicherweise gehackt/manipuliert“. Das kann zu Rankingverlusten führen.

Ob tatsächlich ein Hack vorliegt, kann man mit einer Site-Abfrage überprüfen. Bewahrheitet es sich, muss die Seite möglicherweise neu aufgesetzt werden.

Webseiten-Relaunch mit neuen Linkstrukturen:

Wenn man eine Seite neu erstellt, können sich die Linkstrukturen verändern. Webmaster sollten deshalb unbedingt sicherstellen, dass die alte Linkstruktur mit der neuen verbunden wird. Dies geschieht über einen 301-Redirect.

Vergessener noindex:

Nicht wenige Webmaster entwickeln die neue Webseite direkt im Web und stellen sie während des Entwicklungszeitraums auf noindex, sodass sie von Google und anderen Suchmaschinen nicht indexiert werden kann. Manchmal wird bei der Live-Schaltung schlicht vergessen, die .htaccess wieder entsprechend anzupassen. Das Ergebnis: Keine Rankings.

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Tim Hesse 

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