Cover Vincent Sünderhauf Maurice Borck
25. Februar 2026

„Erfolg ist kein Zufall“ – Beharrlichkeit, Vertrauen und finanzielle Freiheit: Maurice Bork im Podcast Trust & Sell by Vincent Sünderhauf

Autor/en:

Inhaltsverzeichnis

# 
zurück

Vollständiges Transkript des Podcasts anzeigen.

TRANSKRIPT: Trust & Sell by Vincent Sünderhauf

Gast: Maurice Bork

EINFÜHRUNG UND VORSTELLUNG

Heute zu Gast in meinem Podcast Trust and Sell: Maurice Bork. Maurice Bork kenne ich schon sehr, sehr lange. Maurice hat SEO, also Suchmaschinenoptimierung, Background. Er hat den Salesbereich einer großen Online Marketing Agentur geleitet. Bei dieser Agentur als Sales Manager, als Leiter im Sales Bereich seine ersten hunderttausend Plus verdient. Maurice hat den erfolgreichsten Podcast für Erfolg: „Erfolg ist kein Zufall“. Er hat das größte Netzwerk für Weiterentwicklung und Mindset, „die wichtigste Stunde“, aufgebaut. Er hat über dreißigtausend organische Follower bei Instagram, die meisten davon Unternehmer. Also mit richtig Wertigkeit dahinter. Maurice ist ein Macher. Maurice hat mehrere Jahre gebraucht, seine erste Million zu machen, und für seine zweite Million hat er weniger als ein Jahr gebraucht. Maurice ist finanziell frei, ist im Kopf frei. Was sind seine Werte? Was hat er für Finanztipps, damit ihr finanziell frei werdet, damit ihr erfolgreich werdet als Unternehmer, als Selbstständiger und vieles mehr.

FRÜHE KARRIERE UND WERDEGANG

Vincent: Maurice, mein Lieber, wie geht’s dir?

Maurice: Sehr gut. Freue mich, hier zu sein.

Vincent: Schön, dass du da bist. Ich sehe immer noch dieses alte Model-Lächeln. Du warst mal Model. Man sieht es noch an deiner Größe.

Maurice: Ich bin eins fünfundachtzig, habe eine gute Größe. Ich sage immer, ein Mann der eins achtundachtzig bis ein hundertneunzig ist die perfekte Größe.

Vincent: Wie groß bist du?

Maurice: Ich bin einundneunzig!

Vincent: Wie kam das mit dem Modeln?

Maurice: Ich war jung und brauchte das Geld und habe jeden Job angenommen, den man so annehmen kann. Ich war zum Beispiel auch mal lebendige Speisekarte. Da wurde dann die Speisekarte auf meinen Bauch gemacht. Damals war der Bauch noch sehr definiert. Oder ich war bei einem Vorstandsevent dabei, bin mit meiner damaligen Freundin aus dem Nebel auf die Bühne gekommen und wir haben an jedem Tisch das Menü präsentiert. Viele derartige Jobs gemacht.

KONSTANZ, DISZIPLIN UND ERFOLG

Vincent: Konstanz schlägt Talent. Das ist ein Thema, was du selbst auch so vorgelebt hast.

Maurice: Ja, ich glaube erstmal, Motivation haben wir alle immer nur begrenzt oder an einzelnen Tagen. Und niemand von uns ist jeden Tag motiviert bis unter die Haarspitzen. Der Schlüssel ist, sich Routinen aufzubauen und die wirklich mit einer enormen Stringenz dann auch durchzuziehen.

Es gibt eine spannende Statistik: Von zwei Millionen Podcasts hatten es nur zehn Prozent geschafft, mehr als drei Folgen zu veröffentlichen. Das heißt, neunzig Prozent haben schon aufgegeben vor oder bei der dritten veröffentlichten Folge. Und dann: neunzig Prozent der zehn Prozent, die weitergemacht haben, haben auch wieder aufgegeben nach maximal zwanzig Folgen. Du bist automatisch Top ein Prozent Podcast weltweit, wenn du einfach nur weitermachst und mehr als zwanzig Folgen produzierst.

Dieses Bild kannst du auf jeden Themenbereich übertragen. Ich fange an und es geht so ein bisschen hoch. Dann kommt der erste Knüppel, es geht wieder runter und dann kommt eine extrem lange Seitwärtsphase von ungefähr einem Jahr. Ich mache, nichts passiert. Ich mache, nichts passiert. Auf einmal geht es hoch. In der Phase geben halt diese neunzig Prozent wieder auf. Das Leben fragt dich immer: Willst du es wirklich? Willst du es wirklich? Und wenn du dann nicht immer wieder schreist Ja, dann wirst du nie erfolgreich.

Nach zwei Jahren dieser Auf und Ab Perioden passiert etwas, was ich dir nicht erklären kann. Mein Podcast ist richtig hochgegangen, eine Verfünffachung innerhalb von einem Monat in den Aufrufzahlen.

Vincent: Learnings, die ich auch seit neunzehn Jahren Unternehmertum aufgenommen habe: Konstanz schlägt jegliches Talent.

Maurice: Genau. Und was ich wichtig finde: Die Leute erwarten immer so eine Wunderpille für Erfolg. Aber die Basis, das beste Rezept, sind doch meistens die einfachsten Dinge. Wenn du abnehmen willst, brauchst du einfach ein Kaloriendefizit. Beim Erfolg ist es ähnlich. Du musst erst mal anfangen, dann durchziehen, durch die Täler gehen.

Ich glaube aber, was wichtig ist: In jedem Bereich sich ein Proof of Concept zu holen. Den muss es schon geben. Wenn du die Stubenfliege bist und immer wieder gegen die Scheibe fliegst, dann bringt dir auch die Disziplin nichts.

Ich war damals Vertriebsleiter in einer SEO Agentur und habe nebenbei „die wichtigste Stunde“ ins Leben gerufen. In der allerersten Gruppe haben hundersieben Leute sich beworben und eine Mitgliedschaft abgeschlossen. Normalerweise hätte ich ab diesem Zeitpunkt meinen Job mit sofortiger Wirkung kündigen sollen und mich einzig und allein auf dieses Projekt stürzen müssen. Weil ich hatte den Proof of Concept. Wenn du es mit hundertsieben schaffst, schaffst du es auch mit fünfhundert, mit tausend und mit zehntausend Menschen.

DEFINITION VON ERFOLG

Vincent: Wie definierst du privat Erfolg?

Maurice: Für mich ist Erfolg sehr stark mit dem Thema Freiheit verknüpft. Ich bin jetzt Einkommensmillionär. Ich kann mir alles kaufen, was ich will. Mit meinem Ferrari habe ich im Grunde alle meine materiellen Ziele erreicht. Aber nicht um jeden Preis. Nicht um den Preis, dass ich mir ein goldenes Hamsterrad baue und wenig Zeit mit meiner Familie verbringe.

Ich habe starke Regeln: Ich mache nie mehr als zehn Termine in einer Woche. Ich habe in aller Regel keine Termine außer zwischen elf und fünfzehn Uhr, weil nach fünfzehn Uhr mein Sohn aus der Kita kommt. Vor zehn Uhr bin ich erst mal mit meinem Sohn eine Stunde spielen, dann bringt ihn meine Frau in die Kita und dann habe ich eine Stunde Zeit für mich. Meine wichtigste Stunde.

Ich habe letztens eine schockierende Statistik gelesen: Bis zum sechsten oder siebten Lebensjahr verbringst du fünfundsiebzig Prozent der Zeit, die du insgesamt mit deinem Kind verbringst. Und ob ich am Ende mit hundert Millionen in die Kiste gehe oder mit fünfhundert, ist mir egal. Aber das, was mein Leben ausmacht, ist diese Zeit jetzt mit den Menschen, die ich liebe.

Vincent: So definiere ich auch Erfolg: die Zeit, sich frei einteilen zu können. Deswegen bin ich auch Unternehmer geworden.

FINANZIELLE FREIHEIT UND INVESTITIONEN

Vincent: Was ist für dich finanzielle Freiheit? Ab wann ist man finanziell frei?

Maurice: In der Finanzcommunity wird finanzielle Freiheit so definiert, dass du von deinen passiven Einkünften deinen Lebensunterhalt bestreiten kannst. Ich habe eine andere Definition: Meine Entscheidungen frei von Finanzen zu machen, frei von Geld zu machen.

Ich kenne Leute, die behaupten, dass sie finanziell frei sind, weil sie fünftausend bis zehntausend Euro über Aktien Dividendenausschüttung im Monat bekommen. Dann stehen sie aber vor zwei Restaurants. Das eine ist teurer, das andere günstiger. Wo gehen sie hin? Ins günstigere. Das ist für mich nicht finanzielle Freiheit.

Finanzielle Freiheit bedeutet: Worauf habe ich gerade Bock? Und da muss ich mich auch manchmal zwingen, aufgrund meiner sparsamen Erziehung, Geld auszugeben. Ich lebe inzwischen wie Karl Lagerfeld es mal sagte: Du musst das Geld aus dem Fenster schmeißen, damit es zur Türe wieder hereinkommt. Und das merke ich zum Beispiel mit meinem Ferrari. Der kostet fünfhundertneuntausend Euro. Aber ich habe dieses Geld durch den Ferrari schon wieder verdient. Das ist ein Reichweitenmagnet schlechthin.

Vincent: Wir haben gesagt: Eine Million Depot bringt rund zweitausend Euro netto Dividende. Bei fünf Millionen wärst du bei zehntausend Euro netto.

Maurice: Ich denke überhaupt nicht so! Was ist denn dann, wenn du das erreicht hast? Wenn du diese Frage immer weiter beantwortest, dann ist es wie die Geschichte vom Fischer, der jeden Morgen das macht, was er tut, und genug Fische hat für sich und seine Familie. Ich habe mir ein Leben geschaffen, wo ich das mache, was ich liebe. Ich verdiene mein Geld damit, Menschen zusammenzubringen, mit denen ich gerne meine Zeit verbringe. Ich verdiene mein Geld mit Reisen, mit Events, mit Büchern, mit dem Inspirieren von Menschen.

Vincent: Der Ferrari und das Risiko, das du eingegangen bist?

Maurice: Ich habe den Ferrari bestellt, obwohl ich noch nicht eine Million Jahresgewinn hatte. Ich pushe mich durch diese Bestellung und wenn ich die letzte Rate zahlen muss, dann will ich selbst zum Ferrari geworden sein. Für mich war immer: Wenn ich einen Ferrari fahre, will ich auch in allen Bereichen Ferrari sein. Ich finde es peinlich, wenn man sich nicht mindestens viermal so eine Karre eben leisten kann. Mein Ziel war, einen Ferrari pisssen zu können, also fünfhundert tausend Euro im Quartal. Wenn ich mir jedes Quartal einen Ferrari kaufen kann, dann passt das ins Verhältnis.

Finanziell gesehen macht es natürlich mehr Sinn zu finanzieren und das Geld zu investieren. Aber für mich war immer wichtig: Wenn ich ein Konsumgut anschaffe, dann will ich das kaufen und nicht finanzieren. Und bei dem Thema finanzielle Freiheit geht es mir im Leben nur noch ums Gefühl. Ich schütze meine Zeit brutal und meine Gefühle brutal.

DANKBARKEIT UND MINDSET

Maurice: Der einzige Schlüssel ist immer wieder, sich in die Dankbarkeit zu begeben. Ich notiere jeden Tag Dinge, über die ich dankbar bin, und konzentriere mich darauf, dass sie sich nicht wiederholen. Weil ich so mein Gehirn trainiere, Dinge zu suchen, für die ich dankbar bin.

Wenn du mal sechs Wochen am Stück jeden Tag drei Dinge aufschreibst, für die du dankbar bist, aber immer andere, nach sechs Wochen wirst du feststellen: Du sitzt tagsüber dann auch und überlegst dir, wofür du dankbar bist.

Wir leben in einer Gesellschaft, wo uns ständig vorgestellt wird, was wir nicht haben. Werbung funktioniert so: Fahr dieses Auto, dann bist du glücklich. Kauf dir diese Uhr, dann bist du voller Fülle. Alles Bullshit. Dankbarkeit holt dich da raus.

Vincent: Ich habe eine Marcus Aurelius Statue bei mir im Haus. Immer wenn ich die Treppe runtergehe, fasse ich ihn an und nenne Dinge, für die ich dankbar bin. Das ist ein guter Tipp von dir.

INVESTIEREN FÜR UNTERNEHMER UND ANGESTELLTE

Vincent: Was gibst du Angestellten mit einem leicht überdurchschnittlichen Nettoeinkommen mit auf den Weg? Wie sollten die investieren?

Maurice: Als Unternehmer, der gut wirtschaftet und irgendwann in Sphären kommt, wo er mehrere hunderttausend oder eine Million Gewinn macht, der muss nicht zwingend noch hebeln um Vermögen aufzubauen. Aber was ist das Durchschnittseinkommen eines Angestellten? Fünfzigtausend, vielleicht zweitausendsiebenhundert netto. Was kann man davon zurücklegen? Vielleicht zwanzig, fünfundzwanzig Prozent. Das heißt fünfhundert bis siebenhundert Euro im Monat. Das macht im Jahr sechstausend bis siebentausend Euro. Da wächst einem ein Bart, bis da etwas entsteht.

Als Angestellter musst du deswegen in Immobilien investieren. Du hast selbst keinen Hebel. Aber wenn deine Bonität gut ist, wenn deine Haushaltsrechnung gut ist, kannst du für eine Million Euro Immobilien kaufen. Und wenn du auf eine Million Fremdkapital eine Rendite von fünf, sechs, sieben Prozent hast, dann bedeutet das fünfzig bis siebzigtausend. Dazu noch Tilgung, Wertsteigerung. Das ist der Weg zum Vermögensaufbau als Angestellter.

In Deutschland kriegst du Immobilien oft mit hundert Prozent finanziert, teilweise hundertzehn Prozent, also komplett ohne Eigenkapital. Es gibt kaum ein Land in der Welt, wo Immobilienfinanzierungen als Angestellter so einfach sind.

Als Unternehmer würde ich immer sagen: Steck es in dein Unternehmen, da hast du die größte Rendite. Viele Unternehmer machen den Fehler, sich mit Immobilien, Aktien und tausend anderen Themen zu beschäftigen, anstatt den Fokus auf ihr Unternehmertum zu halten.

VERKAUFEN UND AUTHENTIZITÄT

Vincent: Was sind die Key Points für erfolgreiches Verkaufen? Dein Buch heißt „Du kannst nicht nicht verkaufen“.

Maurice: Ich habe das Buch geschrieben, weil mich so abfuckt, dass Verkaufen in Deutschland so einen schlechten Ruf hat. Niemand beschäftigt sich aufgrund dieses negativen Images damit. Und das macht etwas mit dem Einkommen der Menschen.

Was ich häufig feststelle: Authentizität halte ich für den Schlüssel, weil Authentizität am Ende zu Vertrauen führt. Menschen haben ein sehr feines Gespür. Du kannst aufrichtiges Interesse nicht wirklich faken. Neunundneunzig Komma neun Prozent.

Die meisten Verkäufer hören zu, um einfach nur zu antworten. Aber du musst zuhören, um zu verstehen, um wirklich den anderen zu verstehen. Wenn du nur diesen einen Satz umsetzt, ändert es alles. Wenn du wirklich aufrichtiges Interesse am Gegenüber hast und entwickelst, dann wirst du unaufhaltbar, weil das Menschen spüren.

Deutschland hat ein strukturelles Problem im Vertrieb. In den USA haben Unternehmen eine digitale Sales Academy, Videotraining, Sales Trainer im Team, Mindset Trainer. Die verstehen: Vertrieb ist wie Sport. Ich muss trainieren um besser zu werden. Was in Deutschland gang und gäbe ist, ist Training am Kunden und das ist das teuerste Training, das es gibt.

Und deswegen freue ich mich richtig über die wirtschaftliche Krise, weil jetzt überleben die, die verkaufen können. Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen.

UNTERNEHMERTUM UND SELBSTSTÄNDIGKEIT

Vincent: Was würdest du jungen Menschen sagen, die Unternehmer werden wollen?

Maurice: Erstmal glaube ich nicht, dass jeder Mensch für Unternehmertum geschaffen ist, und das ist auch okay. Für ganz viele Menschen ist es sogar der bessere Weg zu ihrem Glück, wenn sie angestellt sind. Für mich als Person konnte ich nie glücklich werden im Angestelltenverhältnis, weil ich ein ganz anderes Freiheitsbestreben hatte. Ich hatte ein Bedürfnis, Verantwortung zu übernehmen. Ich liebe Herausforderungen, ich liebe Risiken einzugehen.

Warum scheitern so viele? Ich würde sagen: Selbstführung und Eigenverantwortung. Als Unternehmer gibt es auf einmal keinen festen Rahmen mehr, keine Arbeitszeiten, keine Meetingsstruktur, keine Arbeitsprozesse. Ich entscheide darüber. Und das können viele nicht.

Das heißt, der Tipp daraus: Beschäftige dich mit diesen Themen und triff dann die Entscheidung, ob du aus diesem Holz geschnitzt bist.

Und ansonsten: Einfach machen. Die Achtzigjährige liegt am Sterbebett. Ich wollte immer Unternehmertum machen, habe ich nicht. Dann mach’s doch.

HATER UND SOZIALE MEDIEN

Maurice: Je erfolgreicher ich werde, desto mehr versuchen mich irgendwie Leute anzupissen mit irgendeiner Scheiße. Ich habe letztens über meinen Ferrari berichtet und ein Kommentator hat meinen Gesellschaftsbaum rausgesucht und schrieb: Ich habe dich geprüft, du machst ja gar keinen Umsatz. Was für eine Energie, dass du an einem Sonntag jemanden prüfst.

Dann überlege ich immer: Was mache ich jetzt? Auf der einen Seite brauchst du auch den algorithmischen Push durch die Idioten. Der Algorithmus merkt, der Idiot wird getriggert, hier habe ich noch ein paar Idioten, und dann pusht er den Gesamtbeitrag, der dann natürlich auch andere gute Menschen erreicht, die ich erreichen will.

Warum stecken Menschen so viel Energie in den Hass, in die Negativität? Weil es einfacher ist. Menschen wollen immer den einfachsten Weg gehen. Und natürlich ist es einfacher, zu glauben: Der hat Glück gehabt, der muss betrogen haben. Wenn du viel Geld verdienen willst, musst du viel Wert liefern. Dann verdienst du in aller Regel viel Geld.

DEUTSCHLAND, LEISTUNG UND GESELLSCHAFT

Vincent: Wie siehst du den aktuellen Decline in Deutschland?

Maurice: Erfolg ist eine Entscheidung am Ende. Deswegen will ich hier auch weg aus diesem Umfeld. Hier ist so viel linkes Gesocks. Sobald jemand etwas leistet, wird er kritisiert. Wenn du den Ball hast, wirst du in diesem Land angegriffen. Jeder spricht über Auswanderung, über Vermögensschutz in irgendeiner Form, weil es eine gewisse Angst ist. Man muss auch präventiv vorsorgen, für sich selbst und für seine Familie.

Vincent: Dubai, Zypern, Schweiz. Was hast du im Kopf, wenn du ans Auswandern denkst?

Maurice: Es geht ja nicht nur um mich, ich habe eine Familie. Und tatsächlich einer der größten Fehler in meinem Leben ist, dass ich nie im Ausland gelebt habe. Ich glaube, das ist eine extreme Bereicherung für die persönliche Weiterentwicklung. Grundsätzlich finde ich Dubai spannend, weil alle dort ausgewandert sind. Es gibt ja sehr wenige Einheimische. Alle haben diese Experience gemacht und alle sind deswegen auch sehr offen. Für mich wäre es einfach dort Anschluss zu finden.

Aber ich sehe die Entwicklung in Deutschland schon maximal kritisch. Man muss mal an einen Bahnhof gehen und sich die Frage stellen: Möchte ich, dass mein Sohn nachts um zweiundzwanzig Uhr hier unterwegs ist?

KANN WOHLSTAND OHNE LEISTUNG EXISTIEREN?

Vincent: Kann eine Wohlstandsgesellschaft mit all diesen sozialen Wohltaten funktionieren, wenn auf der anderen Seite Leistung so verpönt ist?

Maurice: Erstmal glaube ich, dass es sinnvoll ist, denen, die wirklich Hilfe benötigen, dass man denen hilft. Das ist aber in diesem Land zu einem System geworden, wo ganz viele Hilfe empfangen, die eigentlich gar keine Hilfe benötigen.

Beispiel: Setz mal bei Ebay Kleinanzeigen den Aufruf ein, dass du eine Reinigungskraft suchst und sagst, dass du sie anstellen möchtest, zum Beispiel auf Minijob-Basis. Du wirst ausschließlich Leute finden, die alle schwarz arbeiten wollen. Warum? Weil die beziehen Sozialgelder und melden sich zusätzlich bei zwei, drei Jobs an. Mit zwei Tagen Arbeit verdienen sie so viel wie jemand anders mit fünf Tagen Arbeit.

Das System muss komplett überarbeitet werden. Unser Einkommensteuergesetz bestraft Leistung: Je mehr du verdienst, desto höher die relative Besteuerung. Eigentlich müsste das umgekehrt sein: Je mehr du verdienst, desto geringer dein relativer Steuersatz. Damit wird Leistung belohnt und der Staat verdient absolut gesehen trotzdem immer mehr Steuern.

SCHLUSSWORT UND BLICK IN DIE ZUKUNFT

Vincent: In siebzehn Jahren, wenn du in den Spiegel guckst, was soll dein Sohn über dich sagen?

Maurice: In siebzehn Jahren ist mein Sohn einundzwanzig. Das Thema Optik interessiert mich gar nicht mehr. Warum mache ich so viel Sport? Es ist Gefühl. Ich liebe diese Energie. Mir geht es um meine Lebensenergie, um mein Lebensgefühl, um mein Glücksgefühl. Deswegen mache ich jeden Tag Sport. Und deswegen dieses Konzept von „die wichtigste Stunde“, mir täglich Zeit für mich zu nehmen.

In siebzehn Jahren will ich vor allen Dingen, dass mein Sohn sagt: Was für ein Vater, was für eine geile Kindheit ich hatte. Meine Frau sagt: Wow, wir führen immer noch eine glückliche Ehe. Ob es dann am Ende zwanzig, fünfzig oder hundert Millionen sind, ich glaube, das kommt von alleine. Es werden sogar mehr als hundert Millionen sein, aber nur weil ich den Fokus nicht auf die hundert Millionen lege, sondern auf die Energie, auf das Lebensgefühl.

Vincent: Maurice, danke für deine Zeit.

Maurice: Sehr gerne. Ciao.

========================================================
Ende des Transkripts
Trust & Sell by Vincent Sünderhauf

Key-Learnings aus dem Talk

  • Beharrlichkeit schlägt Talent: Konsistenz und Disziplin sind der eigentliche Schlüssel zum Erfolg.
  • Proof of Concept zuerst: Bevor man alles auf eine Karte setzt, muss die Geschäftsidee bei echten Kunden funktionieren.
  • Authentizität ist King: Wer wirklich Interesse am Gegenüber hat, verkauft mehr als jeder Skript-Verkäufer.
  • Finanzielle Freiheit bedeutet Entscheidungsfreiheit: Nicht das passive Einkommen zählt, sondern Entscheidungen frei von Geld treffen zu können.
  • Investiere zuerst in dich selbst: Als Unternehmer ist das eigene Business die größte Rendite – als Angestellter eröffnen Immobilien den Hebel.

Maurice Bork ist kein Typ für halbe Sachen. Er ist Unternehmer, Investor, Autor und Gründer des Netzwerks „Die wichtigste Stunde“. Im Gespräch mit Vincent Sünderhauf bei Trust & Sell spricht er über seinen Weg von der Pizza-Auslieferung über den Vertrieb in einer Online-Marketing-Agentur bis hin zur finanziellen Freiheit. Was ihn antreibt? Kein Stillstand, keine Ausreden – und ein knallroter Ferrari als Beweis, dass Wachstum kein Zufall ist.

Bork hat sich vom schüchternen Autoeinweiser beim VW-Kongress zu einem der einflussreichsten Personen im Bereich Persönlichkeitsentwicklung entwickelt. Sein Podcast „Erfolg ist kein Zufall“ zählt zu den meistgehörten deutschsprachigen Formaten zum Thema Erfolg. Und mit rund 35.000 Instagram-Followern erwirtschaftet er über drei Millionen Euro Jahresumsatz – ein Verhältnis, das im deutschen Markt seinesgleichen sucht.

Konstanz schlägt Talent

Der erste große rote Faden im Gespräch: Wer dauerhaft erfolgreich sein will, muss Disziplin über Motivation stellen. Bork illustriert das mit einer eindrücklichen Podcast-Statistik: Von zwei Millionen Podcasts weltweit haben es nur zehn Prozent über drei Folgen hinaus geschafft – und von diesen gaben neunzig Prozent vor der zwanzigsten Folge auf. „Wenn du einfach weitermachst, bist du automatisch Top-1-Prozent weltweit“, sagt Bork. Dieses Bild, so erklärt er, lässt sich auf jedes Projekt übertragen: erst ein Aufschwung, dann ein Rückschlag, dann eine lange Seitwrtsphase – und plötzlich der Hockeystick.

Entscheidend sei dabei, frühzeitig einen Proof of Concept einzuholen. Bork selbst startete sein Netzwerk „Die wichtigste Stunde“ noch als Angestellter: Bei der ersten Runde buchten 107 echte Kunden eine Mitgliedschaft. „Wenn du es mit 107 schaffst, schaffst du es auch mit 10.000“, ist seine Überzeugung. Den größten Fehler, den er im Rückblick benennt: Er hat nicht sofort gekündigt und sich voll auf das neue Projekt geworfen.

Authentizität als Verkaufsmotor

Verkaufen genießt in Deutschland keinen besonders guten Ruf. Warum das so ist – und warum es dennoch die entscheidende Schlüsselkompetenz ist – hat Bork in seinem Buch „Du kannst nicht nicht verkaufen“ aufgearbeitet. Im Podcast bringt er es auf eine griffige Formel: „Aufrichtiges Interesse am Gegenüber macht dich unaufhaltbar – das lässt sich nicht faker.“

Statt Gesprächsleitfäden und Drückerkolonnen-Methoden setzt Bork auf echte Neugier und Transparenz. Er zeigt offen sein Depot, seinen Ferrari-Kaufvertrag, seine monatlichen Einnahmen – und hat damit eine Community aufgebaut, die ihm vertraut. Der Unterschied zum durchschnittlichen deutschen Vertrieb: Wer nur zuhört, um zu antworten, hat schon verloren. Wer wirklich versteht, worum es dem anderen geht, gewinnt – langfristig und skalierbar.

Auch der strukturelle Rückstand im deutschen Mittelstand beim Vertriebstraining wird deutlich angesprochen: Während US-amerikanische Unternehmen digitale Sales Academies und Mindset-Trainer einsetzen, setzt der deutsche Mittelstand auf ein bis zwei Workshops pro Jahr – wenn überhaupt. „Training am Kunden ist das teuerste Training, das es gibt“, so Borks klares Urteil.

Finanzielle Freiheit: Eine Frage des Gefühls

Der zweite große Themenblock: Was bedeutet eigentlich finanzielle Freiheit? Borks Definition weicht von der üblichen Dividenden-Logik ab. Für ihn heißt finanzielle Freiheit nicht, von passiven Einnahmen zu leben, sondern: „Entscheidungen frei vom Geld zu treffen.“ Nicht das günstigere Restaurant wählen müssen, sondern dorthin gehen, wonach einem gerade ist.

Als Einkommens-Miillionär mit Ferrari, 75 Wohneinheiten und einem Aktien-Depot im siebenstelligen Bereich kennt Bork beide Seiten. Seine Erkenntnis: Ausgaben sind kein Luxus, sondern ein Push-Instrument. Der Ferrari wurde bestellt, bevor die letzte Million Jahresgewinn realisiert war – bewusst, um sich selbst unter Druck zu setzen und zu wachsen. „Ich will das Geld aus dem Fenster schmeißen, damit es zur Tür wieder reinkommt“, zitiert er Karl Lagerfeld als Credo.

Für Angestellte lautet sein klarer Rat: Immobilien sind der Hebel. Mit einer soliden Haushaltrechnung und guter Bonität lässt sich in Deutschland eine Million Euro Fremdkapital mobilisieren – Tilgung und Wertsteigerung inklusive. Der Unternehmer hingegen sollte zunächst alles in das eigene Business stecken: „Es gibt keinen Hebel, der so groß ist wie eigenes Unternehmertum.“

Erfolg privat: Zeit als wahres Vermögen

Was bleibt, wenn man alles hat? Für Bork ist die Antwort eindeutig: Zeit. Er hat klare Regeln – maximal zehn Termine pro Woche, keine Termine außerhalb von 11 bis 15 Uhr, jeden Monat auf Reisen. Hintergrund ist eine schöckierende Statistik: Bis zum sechsten Lebensjahr verbringt man 75 Prozent der gesamten gemeinsamen Zeit mit seinem Kind. „Ich werde nicht arm sterben. Aber das, was mein Leben ausmacht, ist die Zeit mit den Menschen, die ich liebe.“

In 17 Jahren – wenn sein Sohn 21 ist – will er, dass der auf seine Kindheit zurückblickt und sagt: Was für ein Vater. Nicht: Was für ein Kontostand.

Hinweis: Dieses Interview erschien im Podcast „Trust & Sell by Vincent Sünderhauf“.

Über Maurice Bork

Maurice Bork ist Unternehmer, Investor, Bestseller-Autor und Gründer des Netzwerks „Die wichtigste Stunde“ (DWS). Mit seinem Podcast „Erfolg ist kein Zufall“ gehört er zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Formaten zum Thema Persönlichkeitsentwicklung und Erfolg. Über Instagram und seine Community begleitet er Unternehmer und Selbstständige auf ihrem Weg zu finanzieller und persönlicher Freiheit. Weitere Projekte: „Erfolg mit Immobilien“ sowie Mastermindreisen und Live-Events für Hochleistende.

Autor/en:

Auf Spotify & Co anhören!

d
6

Weitere interessante Artikel

Der ultimative Guide für Krypto PR & Marketing – mit Checklisten!
13. Juni 2023
AllgemeinOnline MarketingOnline ReputationSocial Media
Eine ganzheitliche Betrachtung: SEO und Online-Pressearbeit
25. Mai 2023
AllgemeinOnline ReputationSEO AgenturSuchmaschine
Shitstorm? Schlechter Ruf online? Was du jetzt tun musst
24. November 2020
Online ReputationSocial Media
Wie sich Reputation auf den Profit eines Unternehmens auswirkt
14. Juni 2019
Online MarketingOnline Reputation
Die Komponenten der Suchmaschinenoptimierung
Enterprise SEO
24. April 2017
Suchmaschine
Suchmaschinenoptimierung für Ärzte
Suchmaschinenoptimierung für Ärzte
27. Juli 2016
Suchmaschine
Enorm wichtig: Linkbuilding
Linkbuilding – ja oder nein?
29. Juni 2015
Suchmaschine
Komponenten des Quality Index
Quality Index
19. Januar 2015
Suchmaschine
Zu Online PR gehört auch SEO
SEO – PR oder doch nicht?
13. August 2014
SEO Agentur
Komponenten des Content Marketing
Content Marketing
7. August 2014
SEO Agentur
Für ein Top-Ranking gibt es keine Garantie
Garantie für SEO-Arbeit: Ist das seriös?
11. November 2013
SEO Agentur
Tablet-Commerce nimmt weiter zu
Tablet-Commerce auf dem Vormarsch
13. Januar 2013
Keywords
Content is King
SEO: Content wird immer wichtiger
26. November 2012
SEO Agentur
TREND
Die SEO-Trends 2012
17. Oktober 2012
Suchmaschine
Mobiles Internet auf dem Vormarsch
Mobiles Internet auf dem Vormarsch
15. Oktober 2012
Allgemein
Liegestühle am Strand
Über das Internet in den Urlaub
18. Juni 2012
Allgemein
Alle Komponenten des Social Media
Eine Reise durch die Social-Media Welt
9. September 2011
Social Media
Moses empfängt die zehn Gebote
Die Zehn Gebote des SEOs
20. Mai 2011
Suchmaschine
Google Places wird immer beliebter
Google Places wird immer wichtiger
2. November 2010
Suchmaschine
SEM
SEO vs SEA
15. Oktober 2010
Suchmaschine